Gäste (TOP 1): R. Köpke (BMBF), J. Richter (BMBF), P. Zerwas (RK der Denkschrift)
Protokollführer: R. Voss
Beginn der Sitzung: 13:30 Uhr
Ende der Sitzung: 16:00 Uhr
| 1. | Denkschrift: Teilchenphysik in Deutschland in den nächsten 10-15 Jahren |
| 2. | Gutachterausschuß Hochenergiephysik |
| 3. | Verschiedenes (Kurzinfos) |
P. Zerwas berichtet über den Status der Denkschrift. Die Gliederung der Schrift sowie die personelle Zusammensetzung des Redaktionskomitees (RK) sind unter http://www.desy.de/~zerwas/HEP-Denkschrift/Layout im Web zu finden. Das RK wird von P. Söding und Frau I. Flegel (Textlabor Jena) sowie von einem professionellen Grafikdesigner unterstützt.
Für die Fertigstellung der Denkschrift wird ein detaillierter Zeitplan beschlossen. Dieser sieht u.a. vor, daß der Entwurf am 15. August der deutschen HEP-Gemeinde für Kommentare allgemein zugänglich gemacht werden soll. Eine gemeinsame Sitzung des RK und KET, auf der der Text verabschiedet werden soll, ist für den 18./19. September in Mainz geplant. Die Denkschrift soll am 22. November im Rahmen des Symposiums "Teilchenphysik in Deutschland" in Bad Godesberg der Öffentlichkeit vorgestellt werden.
Herr Richter erinnert daran, daß die Denkschrift in jedem Fall rechtzeitig zum DPG-Symposium "Physik und Großgeräte" fertiggestellt werden sollte, das für den Winter 2002/2003 geplant ist.
Das RK wird gebeten, Vorschläge für den genauen Titel zu unterbreiten. Es wird angeregt, die Denkschrift - zumindest die 'executive summary' - ins Englische zu übersetzen, nachdem eine Übersetzung der Einleitung der Denkschrift von 1993 auf breites Interesse gestoßen war.
Das detaillierte Programm des geplanten Symposiums "Teilchenphysik in Deutschland" liegt noch nicht fest. Als Zielpublikum sollen insbesondere Studenten, Prorektoren für Forschung der betroffenen Universitäten, Naturwissenschaftler anderer Fachrichtungen, Vertreter der Förderorganisationen sowie Wissenschaftsjournalisten angesprochen werden. R. Rückl stellt verschiedene Programmentwürfe vor und wird beauftragt, diese zu einem gemeinsamen Vorschlag zu kombinieren. Die Einladungen sollen vom BMBF ausgesprochen werden.
Angeregt wird auch, das Symposium mit einer Ausstellung zu verbinden, die von einzelnen Universitätsgruppen, DESY, und CERN beschickt werden könnte.
Abschließend berät das Komitee kurz Schlußfolgerungen und Empfehlungen aus dem HEP-Jamboree, das am 17./18. Mai 2002 unmittelbar vor der KET-Sitzung ebenfalls in Zeuthen stattfand und das Perspektiven und Prioritäten für das HEP-Programm der nächsten 10-15 Jahre, außerhalb von LHC und e+e- Linearbeschleunigern, zum Thema hatte. Das Programm ist unter http://www.ketweb.de --> HEP-Jamboree zu finden.
Im Programm der deutschen Teilchenphysik genießen LHC und TESLA unverändert die höchste Priorität. Dennoch sind kleinere Experimente und Projekte vor und parallel zu diesen Großprojekten erstrebenswert wenn nicht notwendig, um aus den laufenden Beschleunigern und Experimenten größtmöglichen Nutzen zu ziehen, spezielle, von LHC und TESLA nicht abgedeckte Fragen anzugehen und die Anwerbung, Ausbildung und Profilierung von wissenschaftlichem Nachwuchs zu erleichtern. KET unterstützt daher Bemühungen, eine angemessene Beteiligung der Universitätsgruppen an laufenden Experimenten (HERA, Tevatron, B-Fabriken u.a.) zu fördern und damit auch eine optimale Vorbereitung auf den Betrieb der LHC-Experimente sicherzustellen.
Unter den Optionen für zukünftige Programme neben LHC und e+e--Linearbeschleuniger stoßen beschleunigergestützte Neutrinoexperimente auf besonderes Interesse. Eine mögliche Programmlinie könnte mit einer Nutzung des CERN-Neutrinostrahls zum Gran Sasso (CNGS) beginnen, und am Neutrinostrahl der geplanten Japan Hadron Facility (JHF) oder an einer 'neutrino factory' auf Basis eines Myonen-Speicherrings im CERN fortgesetzt werden.
Eine ausführlichere Zusammenfassung der Diskussionen des HEP-Jamborees wird separat auf der KET-Webseite http://www.ketweb.de --> HEP-Jamboree veröffentlicht. Aus Mangel an Zeit war es weder im Rahmen des Jamborees noch in der KET-Sitzung möglich, zu den angesprochenen Punkten detaillierte Prioritäten zu beschließen und mögliche Umsetzungen zu beraten. KET wird diese Diskussion in künftigen Sitzungen fortsetzen.
TOP 2: Gutachterausschuß Hochenergiephysik
J. Drees berichtet, daß der nächste Förderzeitraum der Verbundförderung Hochenergiephysik am 1.1.2004 beginnt und auf mindestens 2 1/2 Jahre geplant ist. Demnächst scheiden S. Bethke, J. Drees, F. Eisele, B. Naroska und G. Wolf aus dem Gutachterausschuß (GA) aus, es verbleiben G. Herten, R. Heuer, W. Hollik, J. May, Th. Müller und D. Schaile. Der GA soll auf 10 Mitglieder verkleinert werden, so daß vier Mitglieder neu zu bestellen sind. Wie J. Drees berichtet, besteht Bundesministerin Bulmahn darauf, mindestens 50% der freiwerdenden Plätze mit Frauen zu besetzen. Nach längerer Diskussion wird eine Liste von acht Namen beschlossen, die dem jetzigen GA als Vorschlag zugeleitet werden. Der GA wird daraus sechs Namen auswählen und als verkleinerte Vorschlagsliste an das BMBF weiterleiten.
TOP 3: Verschiedenes (Kurzinfos)
Nächster CERN-Generaldirektor: R. Rückl teilt mit, daß die auf der KET-Telefonkonferenz vom 18.4.2002 beschlossene Liste von Top-Kandidaten der deutschen HEP-Gemeinde (siehe Protokoll) vom BMBF weitestgehend gutgeheißen wird.
Die verbleibenden Unterpunkte dieses TOP werden aus Mangel an Zeit oder neuen Informationen vertagt.
Zum Abschluß dankt der Vorsitzende Herrn R. Eichler für seine Mitarbeit im KET. R. Eichler gibt turnusgemäß den Vorsitz des Wissenschaftlichen Rates von DESY ab und scheidet damit als 'ex officio'-Mitglied aus dem KET aus. Er wird in beiden Ämtern von S. Bethke (MPI München) abgelöst.